„Fotopatente und Fototechnik – Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Fotografie“

Fototechnik – Die Entwicklung der Fotografie

Die Geschichte der Fotografie beschränkt sich nicht nur auf berühmte und bekannte Ablichtungen großer Häupter oder bewegter Szenen. Die Entwicklung der fotografischen Technik ist nicht weniger spannend und von vielen bahnbrechenden Erfindungen gekennzeichnet. Patente spielten dabei eine entscheidende Rolle. Das Patent als Sicherung des technischen Vorsprungs durch das offizielle und geschützte Recht zur universalen Produktion und Vermarktung der Idee gewann an Bedeutung.

Fototechnik abgelichtet – dauerhaft gebannte Bilder

Ein Knopfdruck genügt, zumindest war es so einmal. Heute ist eine Vielzahl von Optionen, Objekten und Zubehör verfügbar, das die Kamera zu allem macht, was der Verbraucher wünscht: Vom Freizeitspaß bis hin zum hochprofessionellen Aufnahmegerät.

Begonnen hat alles bereits lange vor 1935, dem Jahr in dem Eastman Kodak den Kodachrome Film patentieren ließ. Eine erste bahnbrechende Entdeckung machte Isaac Newton, als er feststellte, dass sich weißes Licht aus verschiedenen Farben zusammensetzt. Bereits 60 Jahre später zeigte Johann Heinrich Schulze, wie Silbernitrat bei Lichteinwirkung dunkler wird. Die „Camera Obscura“, der erste Fotoapparat wurde in 1814 eingesetzt, und in 1840 wurde das erste amerikanische Patent für eine Kamera vergeben. Das erste Negativ-Positiv-Verfahren wurde in 1841 patentrechtlich geschützt und bereits in 1843 erschienen die ersten Werbeanzeigen mit einer Fotografie.

Fototechnik Nahaufnahme – Patentschriften

Das Wort „Patent“ entstammt dem lateinischen ‚litterae patentes‘, was so viel wie „offener Brief“ bedeutet. Diese Briefe wurden im Mittelalter von den Königen zum Übertragen von Rechten ausgegeben. Mit dem königlichen Siegel versehen, diente der Brief als sichtbarer Beweis für den Besitz der Rechte. Das erste bekannte System der Patentschriften wurde in Italien eingesetzt.

Fototechnik Patente – verzerren sie den Wettbewerb?

So mag es erscheinen, auf den ersten Blick. Aber sind Patente wirklich hinderlich oder gar überflüssig? In vielen Branchen werden Patente vergeben, so auch im medizinischen Bereich. Immer dann, wenn viel Forschung und Entwicklung zur Neuentwicklung von Produkten oder Ideen erforderlich ist, ist dies mit hohen Kosten, den Investitionen, verbunden. Und nicht in jedem Fall steht am Ende ein vermarktungsfähiges Produkt.

Wäre die Erfindung nicht mit einem Patent geschützt, so könnte sie auch von der Konkurrenz nachgebaut und vertrieben werden. Dies würde allerdings den technischen Vorsprung des Erfinders zunichtemachen und zu Umsatzeinbußen führen. Wer sollte dann noch forschen, Gelder investieren und hohe Risiken eingehen? Innovationen, denen kostspielige Investitionen vorausgehen, müssen geschützt werden können, auch wenn dies nicht immer – oder nicht immer unmittelbar – zum Vorteil des Verbrauchers ist und die Patentschriften so manches Mal auch bizarre Blüten treiben. So wie im Fall von Apple, Google und Kodak.

Fototechnik Im Fokus – Kampf der Giganten

Der angeschlagene Dinosaurier der Fotografie, Kodak, hat Konkurs angemeldet. Neben wenig Geld hat Kodak jedoch viele und einige sehr begehrte Patente. Der Käuferkreis hält sich bedeckt, doch bei den Newcomern der Multimedia-Technik scheinen die Kodak-Patente heiß begehrt zu sein.

Google und Apple sind die stärksten und vielleicht auch ernsthaftesten Bieter im Kampf um die Kodak-Patente. Konkurrenten im hart umkämpften Android- und iPhone-Markt kennen sie sich nur zu gut, aber auch von einigen Begegnungen vor amerikanischen Gerichten. Aber brauchen Google und Apple die Kodak Patente wirklich oder steckt vielleicht mehr dahinter?

Branchenkenner vermuten, dass nach den kürzlichen Gerichtsverfahren zwischen Google und Apple, der Streit nun mit den Kodak Patenten auf die Spitze getrieben werden soll. Wer über die Patente verfügt, so wird gemutmaßt, wird unzählige Gründe finden können, um den Marktkonkurrenten vor Gericht zu ziehen.

Wäre dies ein Missbrauch der Patentschriften? Es scheint nicht im Sinne des Erfinders, ein Patent nachträglich zu nutzen, um den Konkurrenten vom Markt zu drängen? Der Verkauf der Kodak Patente steht an und vielleicht wird der Ausgang des Kampfes der Giganten maßgeblich zu einer Änderung der Patentgesetze beitragen.

 

This Post Has 3 Comments

  1. Petra sagt:

    Toller Blog und sehr informativ! Ich komme gern wieder!
    Gruß
    Petra

  2. Werner sagt:

    Es ist immer wieder interessant, welch langen Weg die Fotografie geschichtlich hinter sich hat. Die Erinnerungen werden immer wieder aufs Neue belebt.
    Sehr informativ und aufschlussreich.

    Gruss Werner

  3. Marcel sagt:

    Hallo Uwe,
    da hast du dich wirklich intensiv mit diesem „trockenen“ Thema auseinandergesetzt, sehr lesenswert der Artikel! Im letzen Abschnitt, zu den Patenten: Das ist natürlich alles kommerziell orientiert. So kauft u.a. Google nur Motorola auf um deren Mobilfunk-Patente für ihre eigenes Betriebssystem („Android“) zu nutzen – Mitbewerber, in dem Fall Apple, müssen dann eigene, kostspielige Investionen tätigen um mitzuhalten. Bei den Fotos bzw. Kodak ist das genauso, nur möchte man ja indirekt einen Schritt voraus sein und ggf. auch den Konkurrenten teuer zur Kasse bitten 🙂


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